Zahn blutet
Liegt der Zahnnerv frei, kann der Zahn innerhalb von 24 Stunden oft noch vital erhalten werden.
Tierzahnmedizin in Olpe-Sauerland
Abgebrochene Zähne sind für Hunde und Katzen oft sehr schmerzhaft. Wir untersuchen jede Zahnfraktur mit Dentalröntgen und beraten zu Zahnerhalt, Vitalamputation und Wurzelkanalbehandlung.
Auf einen Blick
Liegt der Zahnnerv frei, kann der Zahn innerhalb von 24 Stunden oft noch vital erhalten werden.
Bei jungen Tieren ist eine Pulpaeröffnung ein absoluter Notfall – die Wurzelspitze ist noch nicht verschlossen.
Ab etwa 12 Monaten ist eine Wurzelkanalbehandlung möglich – auch bei älteren Frakturen.
Erst das Dentalröntgen zeigt das Ausmaß der Fraktur und Entzündungen an der Wurzel.
Ursachen
Zahnfrakturen kommen bei Hunden und Katzen regelmäßig vor. Häufig entstehen diese Frakturen im Bereich der Fangzähne (Canini, Eckzähne) und Reißzähne (P4 Oberkiefer, M1 Unterkiefer) durch äußere Einflüsse.
Stürze aus großer Höhe und Autounfälle führen häufig bei den Katzen zu abgebrochenen Zähnen. Bei Hunden wiederum kommt es oftmals durch das Verfüttern von zu harten Kauartikeln/Knochen, sowie durch das Spielen/Auffangen harter Gegenstände (z.B. Steine) zu Zahnfrakturen.
Behandlung
Ein abgebrochener Zahn kann mit oder ohne Eröffnung der Pulpa (Zahnnerv) einhergehen. Zähne mit eröffnetem Pulpakanal sind für die Tiere sehr schmerzhaft und sollten zeitnah versorgt werden. Bei einem frisch abgebrochenen Zahn mit freiliegendem Zahnnerv (Zahn blutet) besteht die Möglichkeit, diesen innerhalb von 24 Stunden vital zu erhalten. Besonders bei Jungtieren stellen abgebrochene Zähne mit Pulpaeröffnung einen absoluten NOTFALL dar! Die Wurzelspitze ist bei jungen Tieren noch nicht vollständig verschlossen, daher ist eine Vitalamputation die einzige Therapieoption, um den Zahn dauerhaft erhalten und sich physiologisch weiter entwickeln lassen zu können. Alternativ bleibt leider nur die Option der Zahnextraktion, sprich die Entfernung des betroffenen Zahnes.
Bei älteren Tieren (> 12 Monaten) besteht darüber hinaus die Möglichkeit, frakturierte Zähne mit Pulpaeröffnung endodontisch versorgen zu lassen. Bei dieser Wurzelkanalbehandlung wird die Pulpa entfernt, der Wurzelkanal aufbereitet, gesäubert und im Anschluss gefüllt. Dies ist auch bei älteren Zahnfrakturen möglich. Alternativ bietet sich auch hier die Option der Zahnextraktion an. Da jedoch häufig funktionell wichtige Zähne von Zahnfrakturen betroffen sind, ist eine Zahnerhaltung besonders für diese Zähne erstrebenswert.
Folgen und Nachsorge
Zahnfrakturen bergen zudem die Gefahr, dass Bakterien direkt über den Pulpakanal oder über die kleinen Dentinkanälchen bis zum Zahnnerv wandern und diesen entzünden. Im Dentalröntgen zeigen sich diese Entzündungen häufig im Wurzelspitzenbereich. Nicht selten entstehen starke Kieferknochenentzündungen, die sogar bis nach außen durch die Haut in Form von Fisteln durchbrechen können. Eine Typische Lokalisation hierfür stellt die sogenannten „Schollenfraktur“ (Slab fracture) am vierten Prämolaren im Oberkiefer des Hundes dar. Diese entsteht meist durch das Kauen zu harter Kauartikel/Knochen und macht sich bei fortgeschrittener Entzündung durch eine typische Schwellung am Oberkiefer unterhalb des Auges bemerkbar.
Abgebrochene Zähne sollten in jedem Fall untersucht werden, auch wenn die Pulpa nicht eröffnet erscheint. Erst durch das Dentalröntgen kann das Ausmaß der Zahnfraktur beurteilt werden und Frakturen und Entzündungen im Wurzelbereich detektiert werden.
Scharfe Kanten an den Zahnkronen sollten immer beschliffen werden, um Verletzungen der Zunge und Maulschleimhaut zu vermeiden. Freiliegendes Dentin sollte zudem durch eine dünne Kunststofffüllung versiegelt werden, um das Eindringen von Bakterien in die Zahnpulpa zu verhindern. Regelmäßige Röntgenkontrollen der betroffenen Zähne sind in jedem Fall im Anschluss an die Zahnfrakturversorgung angeraten.
Termin oder Rücksprache
Bei akuten Zahnverletzungen, freiliegender Pulpa oder schmerzhaften Fehlstellungen ist eine zeitnahe Abklärung sinnvoll.
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